Tydeman Huxer war Ratsmann, Ratsherr und Bürgermeister zu Danzig und gehörte zu den Konsuln aus Danzig. Er wurde später auch Bürgermeister zu Elbing und Thorn. 1393-1395 funktionierten er und Albrecht Russe als preußischer Ratssendebote bei den vielen Verhandlungen zwischen den Mecklenburgern und den Dänen. Auch später nahm er diplomatische Missionen an. Nach dem Jahr 1400 trat er meistenteils als Ratsmann und Bürgermeister von Danzig in den Quellen auf.
Als preußischer Ratssendebot half er 1394 eine Sache um Güterwegnahme zwischen Margarethe von Dänemark und dem Danziger Schiffer und Bürger Lorenz van Russen aufzuklären.
Leben
Namensvarianten: Tydeman van Huxer[1], Thyderich Huxer[2], Thideman Huxer[3], Tylman Huxer[4], Tidemannus Huxer[5], Tyd Huxer[6], Dietricht Huxer.
Lebensdaten: Erste Erwähnung in den Quellen: 1390. Letzte Erwähnung: 1420.
Herkunft: Danzig.
Tätigkeitsgebiet: Danzig, Elbing, Thorn, Dänemark, Niederländer, (Frankreich?).
Verwandtschaft:
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer:
Auf dem Tag zu Elbingen am 3. August 1390 waren Tydeman Huxer und Heinrich Gote (beide aus Danzig) dafür angeklagt, dass sie Güter von einem Kaufmann aus Campen genommen hatten. Die Sache wurde zum nächsten Tag verschoben[7].
- Diese Sache wurde vielleicht 1393 weiterverhandelt. Auf jeden Fall wurden die Beide in einer Quelle aus dem 18. Dezember 1393 in Verbindung mit zwei Schiffern aus Campen gebracht. Die Quelle beschäftigte sich aber vor allem mit Schiffern, die das Ausfuhrverbot aus Danzig nach Campen gebrochen hatten, so vielleicht soll sie eher in Verbindung mit der Sache aus dem 4. April 1391 gesehen werden (siehe unten).
1393 waren Tydeman Huxer und Albert Russe zu Ratssendeboten der preußischen Städten gewählt worden. In diesem Jahr berichteten sie an die preußischen Städte, wie die Verhandlungen zwischen Albrecht von Mecklenburg, den Hansen und den Dänen gingen[8]. 1393-1394/95 verhandelten die preußische Städte mit Königin Margarethe von Dänemark um eine Sache, in der Lorenz van Russen mit dänischen Ausliegern gekämpft hatte[9][10][11]. Bei den Verhandlungen zu Helsingborg 1394[12] traten Tydeman Huxer und Albrecht Russe hilfsbereit zu. Die Quelle berichtet: "her Albrecht Russe, her Tydeman Huxer hadden der koningynnen lovet, den Schipheren und syn schip wedder tho stellene up een recht."[13]. Das bedeutet offensichtlich, dass die Königin die Entscheidung der Sache an die preußischen Städten überließ. So kommt es auf jeden Fall im Rezess zu Marienburg am Ende August 1395 vor[14]. Was genau bei diesen Verhandlungen in Marienburg (in denen Tydeman Huxer und Albrecht Russe offensichtlich eine wichtige Rolle spielten) passierte, habe ich nicht völlig verstanden.
Am 29. September 1405 wurden Tydeman Huxer und andere wichtige Leute aus England und Preußen dazu ausgewählt, die englische und preußische Klagen und Gegenklagen gemeinsam zu behandeln. In dieser Quelle wird es erwähnt, dass Tydeman Huxer Bürgermeister zu Danzig, Elbing und Thorn war[15].
Status: Ratmann, Ratsherr, Bürgermeister und Rastsendebot.
Fahrgemeinschaften: Diplomatische Tätigkeit zusammen mit Albrecht Russe und Peter Russe. Heinrich Gote. Symon Zineken. Richard Knoche
Auftraggeber: Das Rat zu Danzig.
Angaben zu Schiff und Besatzung:
Sonstige Tätigkeiten:
- April 1391 zahlte Tydeman Huxer Kaution für zwei Bürger aus Campen (Gilges Everdesson und Ludolfo Stefvader, die das Ausfuhrverbot nicht beobachtet hatten[16]. Vielleicht hat diese Kaution etwas mit der Sache aus dem Tag zu Elbingen am 3. August 1390 zu tun (siehe oben).
- Diese Sache wurde vielleicht 1393 weiterverhandelt. Diese Quelle beschäftigt sich mit Schiffern, die das Ausfuhrverbot aus Danzig nach Campen gebrochen hatten. Es könnte aber auch sein, dass diese Quelle eher in Verbindung mit der Sache aus dem 3. August 1390 gesehen werden soll (siehe oben).
- Dezember 1393 versprach Tydeman Huxer, dass er das Ersatzgeld für Güter, die Gerd Brun von Rotghero Schryver genommen hatte, zahlen würde, falls die Güter verkauft worden waren(?)[17]. An demselben Tag wurde es erwähnt, dass Tydeman Huxer Güter an Bord Symon Zinekens Schiff hatte[18]. Ebenso wurde er an diesem Tag in einem Verzeichnis derer Aufgeführt, die gegen das preussische Verbot verstießen, nach Kampen zu fahren.[19]
Am 9. Januar 1398 meldete Albrecht Russe die preußischen Städten, dass Tydeman Huxers Diener ihn 74 Mark geliehen hatte[20].
Am 21. Mai 1399 bekam Tydeman Huxer einen Teil des Pfundgelds. Es galt als Lohn für seine diplomatische Tätigkeiten[21].
In Mai 1399 war Tydeman Huxer in einer Sache involviert, die mit den Witwen von Lubbert Sak und Series Wilringhusen zu tun hatte[22]. Seine Rolle in dieser Sache habe ich nicht verstanden.
Am 2. April 1402 in Marienburg wurden Tydeman Huxer und Peter Russe für ihre diplomatische Tätigkeiten gedankt(?)[23].
Am 18. Mai 1406 bekam Tydeman Huxer von den gemeinsamen Städten 105,5 Mark für seine diplomatische Reise nach Dänemark[24].
Am 30. November 1408 bekam er 54 Mark für eine Reise im Jahr 1405 nach Schonen[25].
In den Rechnungsbücher der Großschäfferei zu Marienburg wurde Tydeman Huxer zweimal erwähnt. Das erste Mal bezieht sich auf dem Jahr 1404 und zeigt, dass er wirtschaftliche Beziehungen zu Frankreich - oder auf jeden Fall zu den Niederländen - hatte[26]. Das zweite Mal bezieht sich auf dem Jahr 1410 und zeigt, dass er eine wirtschaftliche Beziehung mit einem Mann namens Richard Knoche hatte[27].
Am 19. Oktober 1409 berichtete der Pfundmeister Johan Techwitz, dass er ungefähr 436 Mark aus den "pfundkysten" Herr Peter Forrat, Tydeman Huxer, Johan Mekelvelt und Johan von Stheine genommen hatte[28]. Vielleicht hat Tydeman Huxer zu dieser Zeit die Aufgabe gehabt, Pfundgeld einzusammeln.
Am 4. November 1420 wurden Tydeman Huxer und "Johannis von Thorn" für eine Reise nach Lübeck bezahlt[29].
In den folgenden Quellen taucht Tydeman Huxer als Zeuge, Unterzeichner, anwesender Ratsmann, o.Ä. auf (einige Quellen sind vielleicht identisch):
- HR: 1.4., Nr. 156 (1393: Lübeck) & 1.5., Nr. 77 (1402: Lübeck) & Nr. 138 (1403: Marienburg) & Nr. 170 (1404: Marienburg) & Nr. 175 (1404: Marienburg) & Nr. 203 (1404: Danzig) & Nr. 208-209 (1404: Marienburg) & Nr. 241 (1405: Marienburg) & Nr. 245 (1405: Marienburg) & Nr. 247 (1405: Marienburg) & Nr. 255 (1405: Falsterbo) & Nr. 260 (1405: Marienburg) & Nr. 276A (1405: Marienburg) & Nr. 296 (1406: Marienburg) & Nr. 302 (1406: Danzig) & Nr. 308 (1406: Danzig) & Nr. 311 (1406: Marienburg; hier tretet TH aber auch in § 15 auf - siehe oben) & Nr. 362 (1407: Marienburg) & Nr. 427 (1407: Marienburg) & Nr. 539 (1408: Parschau) & Nr. 645 (1409: Marienburg) & Nr. 651 (1409: Danzig) & Nr. 698 (1410: Elbing) & 1.6., Nr. 188 (1413: Marienburg) & Nr. 256 (1416: Danzig).
- DD: 4.5., Nr. 65 (1393: Lübeck) & Nr. 82 (1393: Skanör & Falsterbo).
Sonstiges
Quellen
Die folgenden Quellensammlungen wurden durchgesucht ohne weiteres zu finden:
- HR 1.1.-2.3.
- DD 3.1-4.7.
- MUB Bd. 14-25.
- HUB Bd. 3-7.
- Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch 1.2.-1.9.
- Sattler, Karl: Handelsrechnungen des Deutschen Ordens (1887).
- Preußisches Urkundenbuch Bd. 5-6.
- Jenks, Stuart: Das Danziger Pfundzollbuch von 1409 und 1411 (2012).
- Stieda, Wilhelm: Realer Zollbücher und -Quittungen des 14. Jahrhunderts (1887).
Literatur
Einzelnachweise
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HR 1.4., Nr. 236 § 9
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HR 1.5.
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HR 1.4., Nr. 158
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HR 1.3., Nr. 490
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HR 1.6., Nr. 256
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DD 4.5., Nr. 424
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HR 1.3., Nr. 490 § 2-3
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HR 1.4., Nr- 158-161 & Nr. 167-168 & Nr. 171 & MUB Bd.22, Nr. 12544 & Nr. 12548 & Nr. 12553 & Nr. 12559 & Nr. 12570 & Nr. 12572 & DD 4.5., Nr. 66 & Nr. 72 & Nr. 74 & Nr. 76 & Nr. 89 & Nr. 91
↑
HR 1.4., Nr. 153 § 7
↑
HR 1.4., 154 § 11
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HR 1.4., Nr. 236 IV § 9
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HR 1.4., Nr. 236 IV
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HR 1.4., Nr. 236 IV § 9
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HR 1.4., Nr. 290 § 9 & DD 4.5., Nr. 424
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HR 1.5., Nr. 267
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HR 1.4., Nr. 3 § 23-24
↑
HR 1.4., Nr. 176 § 12
↑
HR 1.4., Nr. 178 § 1
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HR: 1.8., Nr. 960
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HR 1.4., Nr. 429 & DD 4.6., Nr. 496
↑
HR 1.4., Nr. 656 § 3 & DD 4.7., Nr. 61 § 3
↑
DD 4.7., Nr. 64
↑
HR 1.5., Nr. 74 § 9
↑
HR 1.5., Nr. 311 § 15
↑
HR 1.5., Nr. 545 § 5
↑
Handelsrechnungen des Deutschen Ordens, S. 17, 27-35
↑
Handelsrechnungen des Deutschen Ordens, S. 55,15
↑
HR 1.5., Nr. 650 & Das Danziger Pfundzollbuch von 1409 und 1411, S. 341 § 3
↑
HR 1.7., Nr. 278 § 2