Wychman ist Angehöriger des Netzwerkes des aus Mecklenburg stammenden Hinrich Tarnewitz (im Folgenden: Heinrich Tarnewitz), welcher mindestens von 1400 bis 1422 lebt und im Ostseeraum tätig ist. Im Jahre 1420 beteiligt sich Wychman mutmaßlich an einer Fehde gegen Lübeck. Er wird mutmaßlich 1420 in Lübeck enthauptet.

Leben

Namensvarianten: unbekannt

Lebensdaten: unbekannt, Hinrichtung in Lübeck mutmaßlich 1420

Herkunft: unbekannt

Tätigkeitsgebiet: Ostseeraum

Verwandtschaft: unbekannt

Quellen notirisch wird Wychman lediglich 1420 im Zusammenhang mit einer von Heinrich Tarnewitz geführten Fehde gegen Lübeck. Aufgrund dieser Quellenlage können weitere Lebensdaten oder gar das Lebensalter zum Zeitpunkt der urkundlichen Erwähnung nicht näher bestimmt werden.

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer: 1420

Status: Söldner oder Dienstmann[1]

Fahrgemeinschaften

Auftraggeber: Heinrich Tarnewitz[2]

Angaben zu Schiff: unbekannt

Angaben zu Besatzung: Henneke Smyd, Peter Smering, Conradus, Curd, Johan Scheling, Heyneke Ruter, Rodewold, Laurentius, Ludeke Horneborg, Hermen Langetop, Hermen Bade, Hinrik Eler, Wychman, Johann van deme Sete, Alerd Vrese, Henneke Schele, Henneke Schryuer, Hinrik Stureman, Meynert Hyntzen, Mattes Berndesson, Otto, Helmych, Hans Peltzer, Vos

Sonstige Tätigkeiten: Fehde gegen Lübeck

Vorgeschichte

  • Als Fehdehelfer von Heinrich Tarnewitz wird Wychman 1420 urkundlich erwähnt[3]: Im Sommer 1419 führt Heinrich Tarnewitz eine Fehde gegen Lübeck. Zu dieser Fehde gehören neben Tarnewitz zwei weitere Akteure: Der dänischer Ritter Eric Crummendijk erledigt als enger Vertrauter des dänischen Königs Kaperfahrten in königlichem Auftrag. Dabei ist der aus Holstein stammende und am 14. September 1439 verstorbene Crummendijk wie Tarnewitz im Ostseeraum tätig; als mecklenburgischer Adliger und wichtiger Diplomat der dänischen Krone lebt Vicke von Vitzen mindestens von 1380 bis 1428 und ist ebenfalls im Ostseeraum tätig.

  • Im Oktober 1419 bittet Lübeck, Eric Crummendijk und Erich von Pommern Heinrich Tarnewitz von einer Fehde gegen Lübeck abzuhalten. Eric Crummendijk und Erich von Pommern versichern Lübeck, keinen Angriff zu planen. Bei dieser Erklärung bleibt jedoch Tarnewitz außen vor. Ferner versichert Schleswig einen etwaigen Angriff zu stoppen.[4]

  • Lübeck und Wismar handeln im März 1420 durch Vicke von Vitzen einen Waffenstillstand aus. Außerdem setzt Lübeck freies Geleit für Tarnewitz durch.[5]

  • Unstimmigkeiten zwischen Lübeck und Wismar ergeben sich im April 1420 durch Klage von Tarnewitz wegen Verletzung des Waffenstillstands: Lübeck soll entgegen der Zusicherung des freien Geleits 24 Gefolgsleute von Tarnewitz – darunter mutmaßlich Wychman – gefangen genommen haben. Nun fordert Tarnewitz Schutz für Gefangene.[6]

Nachgeschichte

    1. Juli 1420: In Reval (Tallinn) erscheinen Nowgoroder Kaufleute und Wynicke Gellermann; Die Nowgoroder seien auf der Newa überfallen worden.[7]
    1. August 1420: Lübeck entschuldigt sich bei den Nowgoroder Kaufleuten; Lübeck habe kürzlich 24 Männer geköpft wobei Wynicke Gellermann den Überfall auf der Newa begangen habe.[8]
    1. September 1420: Heinrich Tarnewitz, Vicke von Vitzen und Wulf Lembeke werden aus Dänemark verbannt; Strafe für den Überfall auf die Nowgoroder Kaufleute sowie für das Entführen der Kaufleute.[9]
  • März 1421: Ein Nowgoroder Bote fordert in Tallinn und Riga Aufklärung über das Verbleiben von Waren und Entführten; Nowgorod droht „den Hansestädten“ mit einem Ausgleich der Schäden.[10]

  • Juni 1422: Rostock und Wismar verkünden in einem offenen Brief das Ende aller Streitigkeiten.[11]

Sonstiges

Abschließend bleibt die Frage bezüglich der Herkunft der 24 enthaupteten „boze lude“[12] offen. Die Delinquenten sind mutmaßlich die 24 oben genannten Angehörigen der Fahrgemeinschaft von Heinrich Tarnewitz. Für diese These liegen jedoch keine Belege vor.

In folgenden Quellenbänden gibt es keine weiteren Hinweise:

  • Bunge, Georg von u.a.: Liv-, Esth- und Kurländisches Urkundenbuch. Nebst Regesten. Bd. 1-24. Reval 1853-1914.

  • Christensen, Aksel Emanuel/ Nielsen, Herluf u.a.: Diplomatarium danicum, Danske Sprog- og Litteraturselskab (Hrsg.), Kobenhavn 1957 - 1990.

  • Verein für hansische Geschichte (Hrsg.): Hanserecesse. Abt. 1, Die Recesse und andere Akten der Hansetage: 1256 – 1430, Bd. 1-6, und 8. Leipzig: Duncker & Humblot, 1870ff.

  • Verein für hansische Geschichte (Hrsg.): Hanserecesse. Abt. 2, Die Recesse und andere Akten der Hansetage: 1431- 1476, Bd. 1–6. Leipzig: Duncker & Humblot, 1875–90.

  • Verein für Hansische Geschichte: Hansisches Urkundenbuch . Band 5, 1392–1414. Leipzig 1899.

  • Verein für Hansische Geschichte: Hansisches Urkundenbuch . Band 6, 1415–1433. Leipzig 1905.

  • Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Mecklenburgisches Urkundenbuch**.** Bd. XIII- XXV. Schwerin 1884- 1913.

Quellen

  • Verein für hansische Geschichte (Hrsg.): Hanserecesse. Abt. 1, Die Recesse und andere Akten der Hansetage: 1256 – 1430, Bd. 7. Leipzig: Duncker & Humblot, 1870ff.
  • Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Lübeckisches Urkundenbuch. Urkundenbuch der Stadt Lübeck. Lübeck 1881.

Literatur

  • Markus Hedemann: To eren unde to rechte. Erich von Pommerns Hansepolitik in den Jahren 1416-1423, in: Hansische Geschichtsblätter 128 (2010), S. 141-187.

Einzelnachweise

  1. UB Lüb VI, Nr. 192, 193.

  2. UB Lüb VI, Nr. 192, 193.

  3. UB Lüb VI, Nr. 192, 193.

  4. LübUB 6: 119, 124.

  5. LübUB 6: 187f. HR 1.7: 175.

  6. LübUB 6: 192f. HR 1.7: 178.

  7. HR 1.7: 134, 136f.

  8. HR 1.7: 137

  9. HR 1.7: 258f.

  10. LübUB 6: 812f.

  11. LübUB 6: 424.

  12. UB Lüb VI, Nr. 193

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9