Mecklenburgischer Adliger, der im März 1420 mit Brüdern bewaffnete Schiffe ausrüstet, wodurch Wismar Schaden für die hansischen Kaufleute befürchtet.[1] Wird von Lübeck beschuldigt, zusammen mit Vicke von Vitzen, Wyneke Gellerman und weiteren Überfälle auf der Newa begangen zu haben.[2]

Leben

Namensvarianten: von Stralendorp zu Kriwitz, van Stralendorpe zu Kriuitz

Lebensdaten: ca. 1400 - mindestens 1422

Herkunft: Mecklenburg

Tätigkeitsgebiet: Ostsee

Verwandtschaft: Sohn des Ritters Johann Stralendorp, vermutlich Bruder von Jasper Stralendorp. Ein Ritter Ludeke Stralendorp ist um 1370 im Umfeld des Königs Albrecht von Schweden, Herzog von Mecklenburg überliefert.[3]

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

Vicke Stralendorp und seine Brüder rüsten im April 1420 Schiffe für Kampfhandlungen, leisten aber eine Bürgschaft an Wismar um die Stadt zu beruhigen.Diese fürchtet nämlich Schaden und Nachteil für „den gemeinen Kaufmann“, falls die Stralendorps in ihre Gewässer kommen.[4] Im August 1420 werden er und Vicke von Vitzen beschuldigt an Überfällen des Wyneke Gellerman auf Nowgoroder Kaufleute auf der Newa beteiligt gewesen zu sein.[5] Diese wurden bis nach Mecklenburg verschleppt und auf Schloss Eickhof festgehalten, 2 Meilen von Wismar entfernt. In Wismar wurden die ihnen geraubten Waren von den Tätern verkauft.[6] Mitte März 1421 beklagt ein Bote aus Nowgorod in Reval und Riga, dass die Entführten und ihre Waren in die Hansestädte gebracht worden und noch immer dort gefangen seien. Er belegt dies mit einem Brief des dänischen Königs und droht an, dass Nowgorod sich den Schaden von den Hansestädten zurückholen werde.[7] Da die livländischen Städte etwas ähnliches bereits befürchtet haben, beraten sie mit Lübeck über ein Waffenembargo oder sogar einen Handelsboykott gegen Nowgorod.[8] Im Juni 1422 verkünden Rostock und Wismar in einem offenen Brief an diverse Empfänger, dass sie alle Streitigkeiten freundlich beigelegt und endgültig ausgesöhnt hätten, die sie mit den „duchtigen knapen“ Vikke van Stralendorpe zu Kriuitz, Vicke van Vitzen, Wulff Lemebeken, Hinrik Tarneuittzen, Jaspar Stralendorpe und ihren Gehilfen darum hatten, weil diese „etliken Russen gevangen hadden“. Auch die Nachkommen sollten diese Angelegenheit in zukünftigen Zeiten nicht mehr neu aufrollen.[9]

Status: Mecklenburgischer Adliger[10]

Fahrgemeinschaften: Vicke von Vitzen, Jasper Stralendorp, Hinrich Tarnewitz, Wulff Lembeke, Wyneke Gellerman

Auftraggeber:

Angaben zu Schiff und Besatzung:

Sonstige Tätigkeiten:

Sonstiges

Knappe Vicke Stralendorp hat in Lübeck in Schuldhaft gesessen. Nach seiner Freilassung schwört er der Stadt am 8. April 1400 eine wahre Urfehde. Sein Vater, Ritter Johann Stralendorp, bürgt für ihn. Vicke Stralendorp schwört, dass alle seine Nachkommen und in seinem Namen Handelnden in ewigen Zeiten keine Arglist dafür haben werden, dass er in Haft war. Er wolle niemals Feind der Lübecker Bürger werden und weder sie, ihr Gut noch ihre Stadt schädigen, nichts gegen sie tun, weder heimlich noch offen und solches auch nicht anweisen.[11]

Erwähnung in:

HR 1.7: 133ff., 136f., 177, 326.

LivEstCurlUB 5: 2499.

LübUB 4: 695.

LübUB 6: 190, 270, 424, 458, 612.

MeckUB 24: 13625.

SHRU 6.2: 1613.

Keine Erwähnung in:

HR 1.6, 1.8, 2.1.

HUB 4, 5 und 6

SHRU 6.1, 13.2 (= Urkundenbuch des Bistums Lübeck 1220-1439), 14 (= Urkundenbuch des Bistums Lübeck 1439-1509).

Quellen

Verein für hansische Geschichte (Hrsg.): Hanserecesse. Abt. 1, Die Recesse und andere Akten der Hansetage: 1256 – 1430. Leipzig: Duncker & Humblot, 1870ff.

Verein für Hansische Geschichte (Hrsg.): Hansisches Urkundenbuch. München: Duncker & Humblot, 1.975/1300(1876) - 11.1486/1500(1916).

Bunge, Georg von u.a. (Hrsg): Liv-, Esth- und Kurländisches Urkundenbuch. Nebst Regesten. Bde. 1-24. Reval 1853-1914.

Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Lübeckisches Urkundenbuch. Urkundenbuch der Stadt Lübeck. Lübeck 1843ff.

Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Mecklenburgisches Urkundenbuch. Bd. XXIV. Schwerin 1913.

Carstens, Werner u.a. (Hrsg.): Schleswig Holsteinische Regesten und Urkunden. Bde. 6-14. Neumünster 1971-1995.

Literatur

Lisch, Georg Christian Friedrich: Zur Geschichte der Vitalienbrüder, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 23, 1858, S. 146-149.

Clarus: Bartholomäus Voet, 2012, S. 106.


Einzelnachweise

  1. LübUB 6: 190.

  2. HR 1.7: 136f.

  3. Nordman 1938, S. 133.

  4. LübUB 6: 190; HR 1.7: 177.

  5. HR 1.7: 136f. LivEstKurlUB 5, 2499. LübUB 6: 270.

  6. Lisch, S. 147f. HR 1.7: 258f. LübUB 6: 270.

  7. LübUB 6: 812f.

  8. LübUB 6: 309, 815.

  9. LübUB 6: 424.

  10. Lisch, S. 148.

  11. LübUB 4: 695; MeckUB 24: 13625; SHRU 6.2: 1613.


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