Tuve Nickelsson war Vogt zu Åhus in Südschweden und zu Bornholm. Während des Krieges zwischen Dänemark und Mecklenburg hatte er in seiner Eigenschaft als Vogt von Bornholm Güter von Lubbrecht Telghete (vermutlich aus Thorn) weggenommen.

Es konnte sein, dass es 2 Personen gab, die Tue Nielsen hießen und am Ende des 14. Jahrhunderts lebten. Tue Nielsen (Bild), ein Knappe aus Fünen, und Tue Nielsen "in Schonen". Es konnte auch sein, dass die zwei Personen identisch sind. Trotzdem wird in diesem Artikel vor allem der Vogt von Bornholm (der vermutlich identisch mit "Tue Nielsen in Schonen" ist) behandelt. Tue Nielsen (Bild) aus Fünen wird unter "Sonstiges" beschrieben.

In den Quellen aus den letzten 10-15 Jahren des 14. Jahrhunderts erwähnten die hansischen Städten oft, dass sie Güter auf Bornholm verloren hatten. Manchmal wurde den Vogt erwähnt aber nicht benannt, manchmal nur die Insel. Ich habe in diesem Artikel versucht diese Quellen mitzunehmen, obwohl es schwierig war, sie alle zu finden. Ich vermute dass der unbenannte Vogt Tuve Nickelsson war.

Leben

Namensvarianten: Towo Nielsen[1], Tue Nielsen.

Lebensdaten:

Herkunft: Bornholm (& Schonen?).

Tätigkeitsgebiet: Schonen, Bornholm, Ostsee.

Verwandtschaft:

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

Die preußischen Städte klagten 1394, dass Tuve Nickelsson, Vogt von Bornholm, während des Krieges zwischen Dänemark und Mecklenburg Güter von Lubbrecht Telghete weggenommen hatte. Der Wert der Güter war 3.521 Noblen. Hinrik Weghener aus Thorn funktionierte wahrscheinlich als Lubbrecht Telghetes Zeuge, dass er aus Thorn kam und kein Mecklenburger war. Wie die Sache endete ist nicht in den Quellen zu finden.

  • In derselben Quelle wurde auch über dem unbenannten Vogt von Bornholm geklagt. Er hatte Öl aus Arnd Dukeres (vermutlich aus Greifswald) Schiff genommen[2].
  • Diese Sache wird später in derselben Quelle genannt. Hier heißt es, dass der Bischoff zu Lund Arnd Dukeres 8400 Nobeln schuldig ist. Er durfte es aber in Raten zurückbezahlen. Die erste Rate war 1000 Nobeln[3]. Der Bischoff zu Lund war der Aftraggeber des Vogts zu Bornholm.
  • Am 18. Januar 1394 erschien eine Quelle, in denen die Kaufmänner, die Güter an Bord Lubbrecht Telghetes Schiff hatten, aufgelistet wurden[4].
  • Zu dieser Zeit wurde die Sache mit Arnd Dukeres oft erwähnt[5]. Wir erfahren, dass die Wegnahme in 1393 passierte, und zu welchen Kaufleuten die Güter an Bord des Schiffes gehörten.
  • Ca. 1. März 1394 erzählte eine Quelle, dass die Danziger ganz viele Güter auf Bornholm verloren hatten. Die Sache mit Lubbrecht Telghete wird auch erwähnt[6].
  • Am 10. Januar 1395 auf dem Tag zu Marienburg wurde es dann erwähnt, dass der Vogt zu Bornholm mehreren Hansestädten Geld schuldig war. Auf jeden Fall war er Elbing 1000 Nobeln schuldig und Greifswald eine unbekannte Menge Öl schuldig[7].
    • Am 19. August 1395 war es aber offenbar, dass die Dänen (der Bischoff und der Vogt) zu langsam mit der Bezahlung waren[8].
  • Am 1. August 1395 wurde es außerdem erwähnt, dass der Vogt Heringe von Kaufleute aus Elbing und Danzig genommen hatte[9]. Ob er es laut der Quelle schon zurückgegeben hatte weiß ich nicht genau.

Zudem wird er als Vogt zu Bornholm quellennotorisch, als er 1431 Johan van Goch Güter entwendete[10].

Status: Knappe, Vogt zu Åhus und Bornholm.

Fahrgemeinschaften:

Auftraggeber: Königin Margarethe von Dänemark, Der Bischoff von Lund.

Angaben zu Schiff und Besatzung:

Sonstige Tätigkeiten:

Im Jahr 1388 wurde ein Mann namens "Two Nicholai" auf dem Landsting in Schonen erwähnt. Er unterzeichnete ein Dokument[11].

Im Jahr 1389 wurde es erwähnt, dass ein Mann namens Tue Nielsen sich dazu verpflichtet hatte, die Kirche in Lund in Südschweden ein bisschen Geld zu bezahlen. Dieser Tue Nielsen war der Neffe des Erzbischofs zu Lund[12].

Im Jahr 1394 schrieb Tue Nickelsson (Knappe und Vogt zu Åhus) an Lübeck, dass Hans Lemgo sein Knabe war, und dass die Heringe, die er in Lydeke Knops Schiff gelastet hatte, in Ystad gesalzen sind und zu ihm gehörte[13].

Sonstiges

Am 10. Juni 1357 verpfändete der Schwedische König Magnus Landgüter an einen Mann namens Ture Nielsen[14].

Tuve Nickelsson/Tue Nielsen (Bild), knappe aus Fünen und Dänische Reichsratsmitglied war Sohn des Ritters Niels Tuesen (Bild) zu Tangå[15].

  • Bei dem dänisch-hansischen Friedensschluss am 30. November 1369 in Stralsund war der Name "Thuve Niclisson, Knape" unter den dänischen Reichsratsmitglieder aufgeschrieben[16].
  • In einem Ratifikation zu diesem Friedensschluss aus dem Jahr 1370 ist der Name "Thuve Niclisson, Tho Fune" unter den dänischen Reichsratsmitglieder aufgeschrieben[17].
  • Am 25. August 1376 versprachen die Herzöge von Mecklenburg, dass ihr neuen Knappe, Gödeke von Bülow, Tuve Niclessons Besitzungen auf Fünen bekommen sollte[18]. Obwohl sie dieses Versprechen zu der Zeit vermutlich nicht halten konnten, war es ein Signal an den Dänen. Zu dieser Zeit nahmen die Herzöge von Mecklenburg den dänischen Königstitel in Anspruch.
  • In den folgenden Quellen taucht Tuve Nielsen (Bild) auf als Verkäufer oder Käufer o.Ä: DD 3.8. , Nr. 99 (1367) & Nr. 259 (1368) & Nr. 278 (1368; er verkauft 4 Höfe zu dem Domkapitel in Lund in Südschweden - vielleicht ist er identisch mit dem "Tuve Nielsen, Vogt zu Åhus").
  • Am 1. Juli 1377 unterzeichnete er ein Dokument als Reichsratsmitglied und Knappe[19].
  • Im Jahr 1387 war er zweimal Unterzeichner als die Großmänner aus Fünen Königin Margarethe von Dänemark Huldigte[20].

Im Jahr 1388 wurde er erwähnt als Königin Margarethe von Dänemark das Kloster in Odense auf Fünen Landgütern schenkte[21].

Ein Mann namens Tuve Nickelsson wurde 1369 in Verbindung mit der hansischen Einnahme und Übernahme von Helsingborg erwähnt. Merkwürdigerweise stand sein Name unter den mecklenburgischen Unterzeichner[22]. Sonst wäre es offenbar Tuve Nickelsson (Bild) gewesen.

"Tuve Nielsen, Guter Mann, Finland" ist auch quellennotorisch geworden[23] . Es war wohl nicht dieselbe Person als der Vogt zu Bornholm.

Quellen

Die folgenden Quellensammlungen wurden durchgesucht ohne weiteres zu finden:

  • HR 1.1.-2.3.
  • DD 3.1-4.7.
  • MUB Bd. 14-25.
  • HUB Bd. 3-7.
  • Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch 1.2.-1.9.
  • Sattler, Karl: Handelsrechnungen des Deutschen Ordens (1887).
  • Preußisches Urkundenbuch Bd. 5-6.
  • Jenks, Stuart: Das Danziger Pfundzollbuch von 1409 und 1411 (2012).
  • Stieda, Wilhelm: Realer Zollbücher und -Quittungen des 14. Jahrhunderts (1887).

Literatur


Einzelnachweise

  1. DD 4.5., Nr. 257

  2. HR 1.4., Nr. 236 III § 4

  3. HR 1.4., Nr. 236 IV § 15

  4. HR 1.4., Nr. 185 § 9

  5. HR 1.4., Nr. 173 & Nr. 185 § 10 & Nr. 186

  6. DD 4.5., Nr. 158

  7. HR 1.4., Nr. 250 § 5-6

  8. HR 1.4., Nr. 290 § 7

  9. HR 1.4., Nr. 283 § 10

  10. HR II.1, Nr. 381 § 44

  11. HR 4.3., Nr. 396

  12. DD 4.4., Nr. 16

  13. DD 4.5., Nr. 140 6 Nr 162

  14. DD 3.5., Nr. 43

  15. DAA 1888:68

  16. HR 1.1., Nr. 513 & HUB Bd. 4, Nr. 324-325 & Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch Bd. 3, Nr. 1062-1064 & Bd. 6, Nr. 2898 & DD 3.8., Nr. 369-373 & Nr. 453

  17. HR 1.1., Nr. 526

  18. MUB Bd. 19, Nr. 10916 & DD 4.1., Nr. 72

  19. DD 4.1., Nr. 257

  20. DD 4.3., Nr. 253 & Nr. 257

  21. DD 4.3., Nr. 400

  22. HR 1.1., Nr. 497 & Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch Bd. 3, Nr. 1061 & MUB Bd. 16, Nr. 9947 & DD 3.8., Nr. 326

  23. Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch Bd. 9, Nr. 527


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