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Robert Herriesson of Clay[1] gehörte entweder zu der Mannschaft, die unter dem Kommando ihres Kapitäns [[John Joly]] of Clay im Jahre 1405 dem Danziger Kaufmann [[Heinrich Kuleman]] das Schiff wegnahm, als dieser von Schottland nach Flandern unterwegs war, oder zu der Mannschaft, die unter ihrem Anführer [[Laurence Tuttebury]] of Hull ebenfalls anno 1405 das Schiff des Kaufmanns [[Hermann Lange]] kaperte, als dieser von Flandern nach Schottland fuhr. Beide Wegnahmen stellten einen Bruch des zu dieser Zeit geltenden Friedensvertrages zwischen England und Schottland dar und wurden deshalb vom englischen König [[Heinrich IV.]] (1399–1413) verfolgt. In den königlichen Erlassen erscheinen beide Vorfälle eng verwoben, weshalb eine eindeutige Zuordnung der jeweiligen Gewaltakteure zu einer der beiden Wegnahmen nicht möglich ist.[2]
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## Leben
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Namensvarianten: Robert Herryson of Cley(?)
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Lebensdaten: um 1405
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Herkunft: Clay[3] (County Norfolk)
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Tätigkeitsgebiet: Nordsee / Ärmelkanal (Route zwischen Schottland und Flandern)
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Verwandtschaft: -
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## Tätigkeiten
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Aktivitäten als Fehdehelfer:
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Status: -
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Fahrgemeinschaften: -
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Auftraggeber: -
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Angaben zu Schiff und Besatzung:
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In die Wegnahmen der Schiffe von [[Heinrich Kuleman]][4] und [[Hermann Lange]][5] waren 48 Gewaltakteure involviert, die größtenteils aus den Orten Clay[6], Cromer[7], Holkham, Salthouse, Shiryngham, Blakeney[8] (allesamt County Norfolk) und Scarborough[9] (County York) stammten.[10]
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Die Fälle [[Heinrich Kuleman]] und [[Hermann Lange]]:
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[[John Joly]] of Clay kaperte mit seiner Mannschaft nach dem 29. September im Jahre 1405 das Schiff des Danziger Kaufmanns [[Heinrich Kuleman]], das diverse Güter von Kaufleuten aus den schottischen Orten Perth[11] und Dundee[12] im Wert von 2.299 Nobeln mit sich führte und sich auf dem Weg von Schottland nach Flandern befand. [[Kulemans]] Schiff wurde mitsamt seiner Besatzung und den Waren nach Scarborough gebracht und dort entladen.
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Im September 1405 nahmen außerdem [[Laurence Tuttebury]] of Hull[13] und seine Leute dem Kaufmann [[Hermann Lange]] auf dessen Weg von Flandern nach Schottland das Schiff weg, welches Kaufleute aus Perth und Edinburgh[14] mit Waren im Wert von 413 Nobeln beladen hatten.[15]
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Diese Wegnahmen standen im Widerspruch zu einem zu diesem Zeitpunkt geltenden Friedensvertrag zwischen England und Schottland, weshalb der englische König [[Heinrich IV.]] am 30. März 1406 den Bailiffs von Scarborough und Kingston upon Hull[16] sowie dem Bürgermeister von Kingston upon Hull die Order gab, die beiden Angelegenheiten aufzuklären. Die geraubten Waren sollten von den Schädigern zurückgegeben oder finanziell abgegolten werden.[17]
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Einen gleichlautenden Auftrag erteilte der König dann am 24. Oktober 1406 dem Esquire [[John Remys]] und einigen Sergeants at Arms, nachdem sich Kaufmänner aus Perth und Dundee über die Wegnahmen der Schiffe [[Heinrich Kulemans]] und [[Hermann Langes]] ­beklagt hatten, da mit den Schiffen auch die geladenen Waren geraubt worden waren, die den schottischen Kaufleuten gehört hatten. In dem königlichen Erlass werden 48 Personen als Wegnehmer genannt, wobei jedoch nicht spezifiziert wird, welche Personen an welcher der beiden Wegnahmen beteiligt waren.[18]
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Die _causa_ [[Heinrich Kuleman]] fand dann 1407 in Klageartikeln der Preußen nochmals ihren Quellenniederschlag.[19] Am 4. Dezember 1409 beurkundeten schließlich Bevollmächtigte Heinrichs IV. und Gesandte des Hochmeisters des Deutschen Ordens, [[Ulrich von Jungingen]], in London einen Vertrag, in welchem die Entschädigungssummen für einige bislang noch unerledigte Klageartikel festgesetzt wurden. Auch [[Heinrich Kulemans]] Fall findet im § 9 Erwähnung: Durch die Leute von Scarborough, Blakeney und Cromer, die unter dem Kommando [[John Joly|John Jolys]] of Clay gestanden hatten, waren 156 Nobeln an [[Kuleman]] zu zahlen.[20]
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Für eine detailliertere Darlegung der hier thematisierten Wegnahmen und der daraus resultierenden Folgen siehe den Artikel über [[John Joly]] of Clay!
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## Sonstiges
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Vermutlich ist Robert Herriesson of Clay nicht identisch mit einem Robert Herryson im County York, der am 27. Juni 1393 von seiner Verfemung freigesprochen wurde, die er sich wegen einer Übertretung ("trespass") eingehandelt hatte.[21]
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Wahrscheinlich sind Robert Herriesson of Clay und Robert Herryson of Cley ein und dieselbe Person. Robert Herryson of Cley wurde - neben zahlreichen weiteren Untertanen des englischen Königs - am 10. Oktober 1415 mit der Aufgabe betraut, für die Sicherheit der Fischer und anderer englischer Vasallen auf dem Meer Sorge zu tragen. Den Beauftragten war es dabei untersagt, irgendwelche Güter zu beschlagnahmen - es sei denn, es handelte sich um Waren von französischen oder schottischen Kaufleuten, denn Frankreich und Schottland galten zu dieser Zeit als Feinde des englischen Königs Heinrich V. (1413–1422).[22]
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In folgenden Quellenwerken wurde erfolglos nach weiteren Hinweisen gesucht:
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Calendar of Close Rolls 1364–1402, 1409–1413, 1419–1447
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53
Calendar of Patent Rolls 1367–1392, 1396–1405, 1408–1413, 1416–1446, Supplement 1377–1399
54
55
Victoria County History: Cambridgeshire, Norfolk, Nottinghamshire, Suffolk, York
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57
HR 1, I – HR 1, VIII
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59
HUB IV, VI, VII
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## Quellen
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63
Calendar of Close Rolls, Henry IV., vol. 3, 1405–1409, S. 34.
64
65
Calendar of Patent Rolls, Richard II., vol. 5, 1391–1396, S. 395.
66
67
Calendar of Patent Rolls, Henry IV., vol. 3, 1405–1408, S. 303f.
68
69
Calendar of Patent Rolls, Henry V., vol. 1, 1413–1416, S. 363f.
70
71
HUB V, Nr. 917, § 9 (S. 482f.).
72
73
Karl Kunze (Hg.), Hanseakten aus England. 1275 bis 1412 (Hansische Geschichtsquellen 6), Halle 1891, ND Hildesheim u.a. 2005, Nr. 321, § 5 und „Antwort der englischen Gesandten auf § 5“ (S. 228f.).
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## Literatur
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Stuart Jenks, England, die Hanse und Preußen. Handel und Diplomatie 1377–1474. Bd. 2. Diplomatie, Köln u.a. 1992, S. 537 (Anm. 60).
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## Einzelnachweise
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1.
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Name aus: Calendar of Patent Rolls, Henry IV., vol. 3, 1405–1408, S. 304.
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2.
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Calendar of Close Rolls, Henry IV., vol. 3, 1405–1409, S. 34. CPR, Henry IV., vol. 3, 1405–1408, S. 303f.
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3.
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Heutiger Name: Cley next the Sea.
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4.
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Namensvarianten in den Quellen: Henrico Kuleman, Henry Culman, Herry Culman.
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5.
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101
Namensvariante in den Quellen: Herman Lang.
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103
6.
104
105
Namensvariante in den Quellen: Cley.
106
107
7.
108
109
Namensvarianten in den Quellen: Crawmer, Crowmere, Kramer, Cranmere, Crowmer, Crumere
110
111
8.
112
113
Namensvarianten in den Quellen: Blackna, Blakena, Blanckena.
114
115
9.
116
117
Namensvarianten in den Quellen: Scardeburgh, Schardeburgh, Schardenborch.
118
119
10.
120
121
CPR, Henry IV., vol. 3, 1405–1408, S. 304. Karl Kunze (Hg.), Hanseakten aus England. 1275 bis 1412 (Hansische Geschichtsquellen 6), Halle 1891, ND Hildesheim u.a. 2005, Nr. 321, § 5 (S. 228). Hansisches Urkundenbuch V, Nr. 917, § 9 (S. 483).
122
123
11.
124
125
Namensvariante in den Quellen: Pert.
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12.
128
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Namensvariante in den Quellen: Dwnde.
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131
13.
132
133
In der _Close Roll_ wird als Wegnehmer noch ein Henry de Tuttebury of Hull genannt. Siehe: CCR, Henry IV., vol. 3, 1405–1409, S. 34. Anstelle dieses Namens findet sich dann aber in der erst später abgefassten _Patent Roll_ der Name Laurence Tuttebury of Hull. Siehe: CPR, Henry IV., vol. 3, 1405–1408, S. 304.
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14.
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137
Namensvariante in den Quellen: Edyngburgh.
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15.
140
141
CCR, Henry IV., vol. 3, 1405–1409, S. 34. CPR, Henry IV., vol. 3, 1405–1408, S. 303f.
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16.
144
145
Namensvariante in den Quellen: Kyngeston upon Hull.
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17.
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149
CCR, Henry IV., vol. 3, 1405–1409, S. 34.
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18.
152
153
CPR, Henry IV., vol. 3, 1405–1408, S. 303f.
154
155
19.
156
157
Kunze, Nr. 321, § 5 und „Antwort der englischen Gesandten auf § 5“ (S. 228f.). Stuart Jenks merkt allerdings an, dass die Wiedergabe der Quellen bei Kunze fehlerhaft sei. Siehe: Stuart Jenks, England, die Hanse und Preußen. Handel und Diplomatie 1377–1474. Bd. 2. Diplomatie, Köln u.a. 1992, S. 537 (Anm. 60). Er beruft sich hierbei auf: BL, Cotton Nero B. II, f. 26v–27r.
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20.
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161
HUB V, Nr. 917, § 9 (S. 482f.).
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21.
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165
CPR, Richard II., vol. 5, 1391–1396, S. 395.
166
167
22.
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CPR, Henry V., vol. 1, 1413–1416, S. 363f.
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