Klaus van Kampe war ein Fehdehelfer aus Sluys, der in mehreren Quellen angeklagt wurde, Schiffe überfallen und ihnen die Ladung weggenommen zu haben. (Möglicherweise identisch mit: Claus van Campen)

Leben

Namensvarianten: Claise, Clayse, Clays, Claws van Kampen, Campen, Campfe

Lebensdaten: 1385-87

Herkunft: Sluys.

Tätigkeitsgebiet: Nordsee bis vor Danzig.

Verwandtschaft: Bruder von Peter van Kampen.[1] Nach einer Quelle ist Peter van Kampen der Bruder von Jan Buuc.[2] Damit auch mit Jakob Buuc und Wouter Buuc verwandt, eventuell ihr Onkel.

Status: Kapitän ("hoftman"), Bürger von Sluys.

Fahrgemeinschaften:  Heine Starcke und Heine Klinken und wahrscheinlich Jan Buuc.

Angaben zu Schiff und Besatzung: "roefschepen".

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

1- Am Dienstag nach Sankt Michael 1385 soll Peter van Kampen mit seinem Bruder Klaus van Kampe mehreren Schiffern Laken abgenommen haben. Die Quelle ist jedoch unvollständig überliefert. Auch Jakob Buuc war an diesem Fall beteiligt. Jan Buuc wird ebenfalls in der Quelle erwähnt.[3]

2- Klaus van Kampe erbeutete am Montag vor Pfingsten im Jahr 1386 gemeinsam mit Heine Starcke und Heine Klinken  einige Hanse-Schiffe plus Ladungen. Einer der dabei zu Schaden gekommenen Schiffer war Hinrik Plumer. Dabei warfen sie den Kaufmann Albert Baelion über Bord.[4]

3- Im selben Jahr brachten die o.g. zusammen mit Jan Buuc vor Sluys drei Schiffe unter englischen Namen auf, davon zwei deutsche Hanseschiffe.[5]

4- Im Juni 1387 soll Klaus van Kampe als Fehdehelfer neben Heine Starke (des Meisters Knappe), Heine Klinken und Jan Buuc, als Meister geschildert, tätig gewesen sein. Sie erbeuteten drei Schiffe im englischen Namen.[6]

5- 1387 wurde Jan Buuc von Ludekin Munters angeklagt, gemeinsam mit Peter van Kampen und dessen Bruder Klaus van Kampe sowie 200 weiteren Leuten aus Sluys vier Hansekaufleute ausgeraubt und gefangen genommen zu haben. Daran waren auch Jakob Buuc, Henneken Brunowen, Ludeken Bodendike und Johan Setewel beteiligt.[7]

6- In einer Klage über die Hansestädte vom Montag vor Pfingsten 1387 werden Klaus van Kampe und Heine Starke beschuldigt Güter weggenommen zu haben. Preußische Schiffer hatten ihre Güter im Wert von 1646 Nobeln auf das Schiff von Hinrik Plumer geladen, welche entwendet wurden.[8]

Sonstiges

Anhand der Quellenlage ist es schwierig, Klaus van Kampe und Claus van Campen auseinanderzuhalten. Der Versuch einer Identifizierung der in den Quellen aufgeführten Täter als entweder Klaus van Kampe oder Claus van Campen erfolgte aufgrund der Verbindungen zu Jan Buuc und Peter van Kampen.

Quellen

HR 1, II., S. 416ff (Art. 343, §39-41, Art. 346, §27)

HR 1, III., S. 335ff (Art 355, §31b)

HR 1, III., S. 357 (Art. 346)

HR 1, III., S. 359ff (Art. 352 A)

HR 1, III., S. 464ff (Art. 448, §10)

Folgende Quellen enthalten keine weitere Hinweise (weitestgehend übernommen von Claus van Campen:)

  • OstfriesUB Bd. 1

  • Höhlbaum, Konstanin: Hansisches Urkundenbuch, Band 2-4; Band 5-7 bearbeitet von Karl Kunze, Leipzig 1876-1905.

  • Jenks, Stuart (Bearb.): Das Danziger Pfundzollbuch von 1409 und 1411. Hg. vom Hans. Geschichtsverein, Köln 2012.

  • Koeppen, Hans: Preußisches Urkundenbuch, Bd. 4,5, Marburg 1960.

  • Koppmann, Karl: Hanserecesse, 1. Abteilung, Band 1, 4, 5, 6, 7; Leipzig 1870-1897.

  • Lesnikov, Michail P. , Walter Stark (Hgg.): Die Handelsbücher des Hildebrand Veckinchusen. Kontobücher und übrige Manuale, Köln 2013. (S.368 gefunden "Clauwes" o. w. Angaben)

  • Paravicini, Werner, Horst Wernicke (Hgg.): Hansekaufleute in Brügge Teil 3: Prosopographischer Katalog zu den Brügger Steuerlisten (1360-1390). Bearb. Von Ingo Dierck, Sonja Dünnebeil und Renée Rößner, Frankfurt 1999.

  • Seifert, Dieter: Kompagnons und Konkurrenten. Holland und die Hanse im späten Mittelalter, Böhlau 1997, (Quellenanhang).

  • Verein für Lübeckische Geschichte und Alterthumskunde: Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 1877.

  • Verein für Meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde: Meklenburgisches Urkundenbuch, Schwerin 1878.

  • von Bunge, Friedrich Georg/ Schwartz, Philipp: Liv-Est-und Curländisches Urkundenbuch (Durchgesehen Band 3-10). Reval 1857 / Riga – Moskau 1896.

  • Von der Ropp, Goswin: Hanserecesse, 2. Abteilung, Band 1,2, 3, 4, 5, 6, 7, Leipzig 1876-1892.

Literatur

Vgl. Jan Buuc.


Einzelnachweise

  1. HR 1, III. S. 359ff. (Art. 352 A)

  2. HR 1, III., S. 357ff. (Art. 347)

  3. HR 1, III., S. 357 (Art. 346)

  4. HR 1, II., S. 416ff. (Art. 343, §39-41, Art. 346, §27)

  5. HR 1, II., S. 416ff. (Art. 343, §39-41, Art. 346, §27)

  6. HR 1, III., S. 335ff (Art 355, §31b)

  7. HR 1, III., S. 359ff (Art. 352 A)

  8. HR 1, III., S. 464ff (Art. 448, §10)


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