Joen Rudde war im Jahr 1404 an einem Überfall auf ein Schiff von Gherbordus Gronehaghen beteiligt. Zusammen mit seinem Komplizen und Bruder [[Thoem Rudde]] entwendete er dabei zahlreiche Güter sowie die gesamte Bierladung.[1] Die Bierladung gehörte nicht dem Schiffsbesitzer, sondern war in jeweils unterschiedlicher Menge Eigentum von anderen hansischen Geschäftsleuten.[2] ## Leben Namensvarianten: möglicherweise auch John Rudde Lebensdaten: keine weiteren Daten bekannt, abgesehen vom Jahr 1404 Herkunft: England Tätigkeitsgebiet: Vermutlich auf Kaperfahrt in der Nord- und Ostsee. Verwandtschaft: Joen Rudde hatte einen Bruder, [[Thoem Rudde]], möglicherweise hatte er mit der rätselhaften Person [[Cogghendorp]] einen weiteren Bruder. ## Tätigkeiten Aktivitäten als Fehdehelfer: Joen Rudde war vermutlich auf Kaperfahrt in der Nord- und Ostsee. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1404 mit [[Thoem Rudde]] samt Besatzung ein Schiff von [[Gherbordus Gronehagen]] überfallen und zahlreiche Güter sowie die gesamte Bierladung entwendet zu haben. Sie haben damit auch weiteren hansischen Geschäftsleuten Schaden zugefügt, namentlich genannt: [[Albertus Schreye]], [[Reybern Lucolve]], [[Heneke Beuth]], [[Heyne Lucove]], [[Bernd Vermersthen]], [[Johannes Vos]], [[Johannes Holthusen]], [[Bernd Hynne]], [[Johannes Coldove]], [[Johannes Smalov]], [[Maynekinus de Busco]], [[Ludekinus Sankenstede]], [[Tydekynus Stedorp]], [[Hinricus van dem Gherem]], [[Heyno van dem Haghen]], [[Johannes van Mynden]], [[Johannes Hune]], [[Peter Schenemoer]]. Status: unbekannt Fahrgemeinschaften: [[Thoem Rudde]] Auftraggeber: Unklar, Joen Rudde handelte wohl zusammen mit seinem Bruder [[Thoem Rudde]] eigenmächtig. In diesem Zusammenhang wird ein weiterer Name gehandelt, dessen Rolle kaum überliefert ist: [[Cogghendorp]]. Auch [[Heinrich IV., König von England]], kann als Auftraggeber nicht ausgeschlossen werden. Angaben zu Schiff und Besatzung: unbekannt, ein Crewmitglied ist [[Thoem Rudde]] Sonstige Tätigkeiten: unbekannt ## Sonstiges Die Tat steht in Verbindung mit weiteren Überfällen im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts, die möglicherweise im Auftrag des englischen Königs initiiert wurden.[3] Es ist unklar, wer [[Cogghendorp]] ist und welche Rolle er/sie dabei spielte.[4] Weiterhin wurde in folgenden Quellen gesucht, aber nichts gefunden: Calendar of Close Rolls Bd.6, 1399-1413 (Henry IV.) Höhlbaum, Konstantin, Kunze, Karl, Hansisches Urkundenbuch, Halle 1876-1916, Bd.5, Bd.6 Jörn, Nils, “With money and bloode”. Der Londoner Stalhof im Spannungsfeld der englisch-hansischen Beziehungen im 15. und 16. Jahrhundert, Köln 2000 Koppmann, Karl , Hanserecesse. Die Recesse und andere Akten der Hansetage, hrsg. durch d. Histor. Commission bei d. Koenigl. Acad. d. Wiss., 1870-1897, Abt. 1, Bd.4, Bd.5, Bd.6, Bd.7, Abt.2, Bd.1, Bd.2 Lloyd, Terrence H., England and the German Hanse, 1157-1611, Cambridge 1991 Prange, Wolfgang, Schleswig-Holsteinische Regesten und Urkunden / in Verbindung mit der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte hrsg. vom Schleswig-Holsteinischen Landesarchiv, Hamburg 1994, Bd. 13 O´Sullivan, Carolin, Die Ahndung von Rechtsbrüchen der Seeleute im mittelalterlichen hamburgischen und hansischen Seerecht. 1301-1482, Frankfurt am Main 2005 Stein, Walter, Die Hanse und England. Ein hansisch-englischer Seekrieg im 15. Jahrhundert, Leipzig 1905 ## Quellen Kunze, Karl, Hanseakten aus England 1275-1412, in: Verein für hansische Geschichte (Hrsg.), Hansische Geschichtsquellen, Halle 1891, S. 329-332 u 337-341 ## Literatur Dollinger, Phillipe, Die Hanse, 5. Aufl., Stuttgart 1998 Hammel-Kiesow, Rolf, Die Hanse, 4. Aufl., München 2008 Kirby, J.L., Sir William Stumry`s Embassy to Germany in 1405-6. An Episode in Anglo-Hanseatic relations Puhle, Matthias, Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, Frankfurt am Main 1994 ## Einzelnachweise 1. ↑ Kunze, Nr. 337,4 2. ↑ Kunze, Nr. 337,4 3. ↑ Kirby, J.L., Sir William Stumry`s Embassy to Germany in 1405-6. An Episode in Anglo-Hanseatic relations, S. 42ff. 4. ↑ Kunze, 337,4
