Hinrik van der Lu war ein Knappe, der im Auftrag Johann von Mecklenburg als Fehdehelfer tätig war. Möglicherweise handelt es sich um einen der Anführer der Vitalienbrüder.[1]
Es gab Ende des 14. Jahrhunderts mindestens zwei mecklenburgische Knappen dieses Namens, einen Hinrik van der Lu van Tesmerstorpe und einen "lange" Hinrik van der Lu.
Leben
Namensvarianten: Lü, Lühe, Luhe, Heyne
Lebensdaten: erwähnt 1382-1395
Herkunft: Geschlecht "von der Lü oder Lühe" leitet seinen Namen vom Fluss Lühe ab
Tätigkeitsgebiet: Nord- und Ostseeraum
Verwandtschaft: möglicherweise Hinrik van der Lu van Tes(m)erstorpe[2], Lange Hinrik van der Lu[3], Hermen van der Lu to Pantzouwe, Arnd van der Lu, Henneke van der La van Kartouwe, Hermen van der Lu van Mechterstorpe
In den Schleswig-Holsteinischen Urkunden und Regesten wird ein Heinrich vom Lohe (Loo) erwähnt, der der Sohn eines Marquard vom Lohe (ebenfalls Knappe) ist.
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer:
In einer Meldung des Johann Stoltevoit an den Rat zu Reval vom 3. März 1394 wird u.a. dieser Name in einer Aufzählung genannt. Er war an der Wegnahme mehrerer livländischer Schiffe beteiligt.[4] Geschädigt wurden insbesondere Jacob Dubbelssone und Jacob Johanneszone.
Status: Knappe
Fahrgemeinschaften: Arnd Stuke, Clawus Mylges, Bertholt vanme Zee, Prybe, Hennynk Crabbe, Henneke vanme Zee, Henneke Scharbouwe, Detlef Knut, Luder Ransouwe, Hinrik Tydemans, Knut Bernevur, Hennynk Norman, Wyttekop, Clawis Zwarte, Crekauwe, Rode Kremer, Hans Meygendorp, Ketelhoid, Beydenstorp, schipper Wedige, Degenert, Hennynk, Volmer Wrede, Schonenberg
Auftraggeber: Herzog Johann von Mecklenburg
Angaben zu Schiff und Besatzung: /
Sonstige Tätigkeiten:
Am 8. September 1395 beurkundeten ein Hinrik van der Lu van Tes(m)erstorpe und ein Lange Hinrik van der Lu mit anderen Knappen, Rittern und den Herzögen Johann [dem Älteren] von Mecklenburg und Johann [dem Jüngeren] von Mecklenburg die Bürgschaft der Städte Lübeck, Stralsund, Greifswald, Elbing, Thorn, Danzig und Reval für die Freilassung von König Albrecht von Schweden und dessen Sohn durch Königin Margarethe von Dänemark.[5]
Sonstiges
Ein Hinrik van der Lu war Zeuge beim Schwur der Urfehde zwischen den Gebrüdern Drewes aus Hanstorf und des Hermann Wygger aus Voigtshagen am 6. Okt. 1391 in Wismar.[6]
In den 70er Jahren des 14. Jahrhunderts wird ein Heinrich vam Loo erwähnt, der Rathmann zu Lübeck ist.[7]
Heyne van der Lu klagte1387 neben anderen in dem Klageartikel der hansischen Ratssendeboten gegen die Normannen.[8]
Heinrich vom Lohe verkaufte am 28. Januar 1382 dem Bischof Heinrich von Ratzeburg seinen Hof in Rüschenbeck. Mitlober ist dabei Heinrich vom Lohe, genannt Sack (oder Schack).[9]
Dieser Name ist nicht zu finden in:
Hanserecesse I,7; II,1
Lübecker UB V
Liv.-, Est.- und Curländisches UB I,2; I,3; I,4
Diplomatarium Danicum 4.2; 4.3; 4.4
Schlesw.-Holst. Reg. und Urk. VI,2
Hansisches UB 4; 5
Mecklenburger UB XIX
Quellen
HR I,8 960
HR I,4 269, 263
HR I,2
HR I,3 343 § 29
MUB XX 11400
MUB XXII 12825
MUB XXII 12344
LUB IV 220, 350
Schles.-Holst. Urk. u. Reg. VI,1 Nr. 400
Literatur
Cordsen, Hans-Christian: Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907.
Puhle, Matthias: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, Frankfurt am Main/New York ²1994.
Einzelnachweise
↑
Cordsen, Hans-Christian: Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907, S. 39.
↑
DD 4.5 385
↑
DD 4.5 385, 433
↑
Vgl. HR I,8 Nr. 960.
↑
MUB XXII 12825 und HR I,4 269
↑
MUB XXII 12344
↑
HR I,2 und LUB IV 229 und 350
↑
HR I,3 343 § 29
↑
Schles.-Holst. Urk. u. Reg. VI,1 Nr. 400
