Arnd Jansson aus Rieland ist ein Gewaltakteur, welcher ab 1385 in den Quellen auftaucht. Spätere Erwähnungen überschneiden sich aber auch mit dem Gewaltakteur Arnald Johannesson.
Leben
Namensvarianten: Arnoud Janssone[1], Aernoud s[on] Jans[2].
Lebensdaten:
Herkunft: Rieland[3].
Tätigkeitsgebiet: Flämisches Gebiet (Antwerpen, Brügge, Sluis)[4].
Verwandtschaft:
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer:
- 1385 schreibt Antwerpen an alle Kaufleute in Brügge, dass die Besucher eines in Antwerpen bevorstehenden Jahrmarktes zum Schutz vor Arnold Jansson in Begleitung von Kriegsschiffen erscheinen sollten.[5]
- Bei den Verhandlungen von Dordrecht und Antwerpen wird Arnd Jansson aus Rieland beschuldigt sowohl Aernoud van Welsen als auch einem gewissen Welve jeweils 16 Laken aus Gent im Wert von 57 bzw. 58 Groschen geraubt zu haben. Dabei agiert er als "Hoftman" des Messe Mulaerdes.[6] Er wird für schuldig erklärt. Einer späteren Braunschweiger Klageschrift zufolge ereignete sich der Vorfall bei Terneuzen[7] im Jahre 1381.[8] Ebenfalls einen Schaden von 16 Laken aus Gent im Wert von 58 Groschen erlitt bei diesem Vorfall Wulf Kok, der mit dem vorher gennanten Welve identisch sein könnte.[9]
- Der Rieländer Arnd Jansson tritt mit Raesse Mulaerdes (der wohl mit Messe Mulaerdes identisch ist) auch noch in einer Klage auf, die ihn beschuldigt dem Henric Erenbrechte Wein gestohlen zu haben.[10]
- 1387 klagt Hermen Herbodes van Hamborch, dass ein gewisser Arnd Janssen sein Schiff abgefangen und eine gewisse Summe Geld entwendet habe, die er erst nach einer Zahlung von 11 Groschen an die Porters van BrüggeJan Pieterssone und Heynen Heket wieder erhält.[11]
Status:
Fahrgemeinschaften:
Auftraggeber: Arnd Jansson aus Rieland tritt als "Hoftman" des Messe Mulaerdes auf und scheint seine Güterwegnahemen mit diesem zu verbinden. Als konkreter Auftraggeber tritt Mulaerdes, der insgesamt kaum einzuordnen ist, jedoch nicht auf.
Angaben zu Schiff und Besatzung: vermutlich in Besitz eines Holks (Wahrscheinlich fährt der Lübecker Arnd Jansson jedoch mit diesem Holk).[12]
Sonstige Tätigkeiten
Die folgenden Fälle können nicht genau einer der folgenden Personen zugeordnet werden: Arnd Jansson (Rieland), Arnald Johannesson und dem Lübecker Arnd Jansson (Kaufmann oder Kapitän, Kategorie: Gegner).
- 1389 wird in einem Lübeker Schadensregister, dass sich an die Flamen richtet, ein Arnd Johannson aufgeführt, dem in zwei Fällen zum einen 56 Groschen und zum anderen 40 und 20 Groschen geschuldet würden. (Die Nennung Arnt Johansson kann auch dem Lübecker, welcher in der gleichen Quelle als Geschädigter erwähnt wird, zugeordnet werden, erscheint aber eher als unwahrscheinlich.).[13]
- 1393 wird ein Anders Jonsson aus der Schuldhaft der Gebrüder Bernevur aus Wismar entlassen.[14]
- In einem Klageartikel der Preußen und Livländer gegenüber den Engländern aus dem Jahr 1403 soll ein gewisser Tuttebury Arnald Johannessons Schiff, das mit Weizenmehl und Getreide beladen war, genommen haben.[15] (Die Nennung Arnt Johansson kann auch dem Lübecker zugeordnet werden.)
- In einer Antwort der Engländer vom 28. Juni 1407 auf die Klageartikel der Preußen erklären diese, dass Johannes Rose gerecht und im Rahmen der Vernunft zur Befriedigung und zur Besserung Güter (27 librarum, 15 soliderem, 4 denariorum) von Arnald Johannesson genommen habe.[16] (Die Nennung Arnt Johansson kann auch dem Lübecker zugeordnet werden.)
- In einer Antwort der Engländer vom 28. Juni 1407 auf die Klageartikel der Preußen erklären diese, dass General Johanni Anradli Schadenersatz durch Laurentius Vosse aus Danzig gegeben wurde.[17] (Die Nennung Arnt Johansson kann auch dem Lübecker zugeordnet werden.)
- 1422 verliert ein gewisser Arnt Johansson eine Holke, die Güter von Lantmeyjenrys, einem Händler, geladen hatte, auf dem Weg nach Zutbervyk (England) an die Engländer.[18] (Die Nennung Arnt Johansson kann auch dem Lübecker zugeordnet werden.)
Sonstiges
Nachgeprüft in: HR I.1 - II.1, HUB 4, HUB 5, HUB 6, Lü UB, Meck UB XXII, Meck UB XXIII, Meck UB XXIV, Meck UB Nachtr. XXVb, Preu UB onl.
Georg Asmussen geht in seinem Werk von nur einer Person Arnald Johannesson aus und schreibt diesem einen Tätigkeitszeitraum von 1386-1422 zu. Dies ist stark zu hinterfragen. Wahrscheinlicher handelt es sich um drei unabhängig voneinander agierende Akteure.
Quellen
Die Recesse und andere Akten der Hansetage von 1256-1430. Band hierII. Leipzig 1872.
Die Recesse und andere Akten der Hansetage von 1256-1430. Band III. Leipzig 1875.
Die Recesse und andere Akten der Hansetage von 1256-1430. Band V. Leipzig 1880.
Hanseakten aus England, 1275 bis 1412. Bearbeitet von Karl Kunze (= Hansische Geschichtsquellen. Hg. vom Verein für hansische Geschichte, Band VI). Halle a. d. Saale 1891.
Hansisches Urkundenbuch. Vierter Band. 1361 bis 1392. Hg. von Karl Kunze. Halle a. d. Saale 1896.
Hansisches Urkundenbuch. Sechster Band. 1415 bis 1433. Hg. von Karl Kunze. Halle a. d. Saale 1905.
Mecklenburgisches Urkundenbuch, XXV. Band, Teil B. Nachträge II. Reihe: 1235-1400. Bearbeitet von Friedrich Stuhr. Nachdruck-Ausgabe herausgegeben und mit Vorwort und Registern zu XXV A und B versehen von Hugo Cordshagen und Christa Cordshagen. Leipzig 1977.
Literatur
Asmussen, Georg: Die Lübecker Flandernfahrer in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts (1358-1408). Frankfurt am Main und andere. 1999.
Jenks, Stuart (Hg.): England die Hanse und Preußen: Handel und Diplomatie 1377-1474 (Teil III). Köln und Wien. 1992.
Einzelnachweise
↑
HR, I,3 § 336,9.
↑
HR I,2 § 346, 16.
↑
HR I,2 § 346, 26.
↑
HUB 4, 838.
↑
Ebd.
↑
HR I,2 343 § 37 & 38; 346 § 26.
↑
HR 1.3 344A §2.
↑
HR 1.3 344B §1.
↑
HR 1.3 344B §2
↑
HR I,2 344 § 41; 345 § 36.
↑
HR 1.3 336 §9.
↑
Asmussen, S. 414.
↑
HR. 1.3 447 $1,4.
↑
Meck UB Nachtrag XXVbH UB 4; 838 A.2.
↑
Hanseakten 317,17.
↑
HR I.5 440 §16.
↑
HR I.5 440 §32.
↑
HUB 6, 437.
